DIE KOMBINATIONSMETHODE

Hinweis: Ich bin eine individualistische Kartenlegerin. Das folgende Tutorial beschreibt die Kombinationsmethode, wie sie für mich am besten funktioniert. Wenn Sie sicherstellen wollen, dass Sie das Kartenkombinieren auf traditionelle Weise lernen, müssen Sie sich an eine traditioneller gesinnte Quelle wenden, als ich es bin!



Inhaltsverzeichnis

0 einführung
0.1 >> was ist die kombinationsmethode?
0.2 >> was ist der sinn der kombinationsmethode?

1 wie funktioniert die kombinationsmethode?
1.1 >> eine karte als thema, die andere als modifikator
1.2 >> die grammatik der kombinationen
1.2a >> nomen-adjectiv kombinationen
1.2b >> nomen-verb kombinationen
1.2c >> kombination durch konjugation
1.2d >> amalgame
1.3 >> traditionell "fixe" kombinationsbedeutungen

2 weitere überlegungen
2.1 >> was ist die "korrekte" kombinationsbedeutung?
2.2 >> die kombinationsbedeutungen anderer



0. EINFÜHRUNG


Bevor Sie weiterlesen, machen Sie sich bitte mit den folgenden beiden Karten und Stichwörtern vertraut. Selbst wenn Sie selbst normalerweise andere Stichwörter verwenden, versuchen Sie sich für die Dauer dieser Übungen bitte die unten genannten zu merken. Sie werden in (fast) allen der Beispiele in diesem Kapitel benötigt.

Berg:
Nomen: Schwierigkeiten, Stille, Herausforderung
Attribute (Adjektive): groß, herausfordernd
Aktivitäten (Verben): herausfordern, zum Schweigen bringen
Kind:
Nomen: Beginn, eine schwache Person, Unerfahrenheit
Attribute (Adjektive): klein, schwach
Aktivitäten (Verben): initiieren, beginnen, schwächen

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0.1 Was ist die Kombinationsmethode?

Kurz (und etwas vereinfachend ausgedrückt): Man kombiniert die Bedeutungen zweier Karten, indem man ein Schlüsselwort der ersten Karte mit einem Schlüsselwort der zweiten Karte verbindet. Diese Kombination aus Schlüsselwörtern hat dann entweder die Form eins unvollständigen Satzes, oder wird zu einem vollständigen Satz erweitert.
Ein Beispiel: Wir verbinden das Schlüsselwort "Herausforderung" (Berg) mit dem Schlüsselwort "klein" (Kind). Dies ergibt die Kombinationsbedeutung "eine kleine Herausforderung", oder, als vollständiger Satz, "Die Herausforderung ist klein." bzw. (sehr ähnlich aber semantisch durchaus unterschiedlich) "Da ist eine kleine Herausforderung."

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0.2 Was ist der Sinn der Kombinationsmethode?

Zum einen: Wenn Sie Lenormandkarten so lesen wollen, wie es ursprünglich gemacht wurde, führt kein Weg an der Kombinationsmethode vorbei. Sie ist die Basis für (fast) alle Legungen. Und dafür gibt es auch einen durchaus guten Grund. Tarot, mit seinen 78 Karten, deckt eine große Bandbreite an menschlichen Erfahrungen ab. Lenormand-Decks bestehen dagegen aus nur 36 Karten. Deren Bedeutungen zu kombinieren kreiert aber wiederum eine sehr hohe (sogar höhere!) Vielfalt an möglichen Bedeutungen.
Zum anderen: Abgesehen von praktischen Gründen macht das Kombinieren von Bedeutungen ganz einfach Spaß. Zuerst mag es vielleicht ganz und gar nicht den Anschein haben. Aber wenn man eine Weile geübt hat, stellt sich die Kombinationsmethode mit ziemlicher Sicherheit als eine überaus faszinierende, spielerisch-intuitive Technik heraus.

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1. Wie funktioniert die Kombinationsmethode?

1.1 Eine Karte ist das Thema, die andere modifiziert

In den meisten Legungen ist es hilfreich, eine der beiden zu kombinierenden Karten als das Thema festzulegen, die andere als etwas, das dieses Thema modifiziert, oder darauf folgt. Traditionell bildet immer die linke Karte das Thema, während die rechte modifiziert. Für mich gilt diese Regel jedoch nicht absolut, ich betrachte sie lediglich als nützliche Faustregel. Wichtig ist es in jedem Fall, zu wissen, dass die Reihenfolge, in der Sie zwei Karten kombinieren, meist einen wesentlichen Einfluss auf die Kombinationsbedeutung hat, die Sie bilden werden. Das lässt sich an unserem Beispiel Berg+Kind bzw. Kind+Berg sehr gut demonstrieren:

Berg:
Nomen: Schwierigkeiten, Schweigen, Herausforderung
Adjektive: groß, herausfordernd
Verben: herausfordern, zum Schweigen bringen
Kind:
Nomen: Beginn, eine schwache Person, Unerfahrenheit
Adjektive:klein, schwach
Verben: initiieren, beginnen, schwächen

Hier ist der Berg zur Linken. Wenn wir der traditionellen Regel folgen, ist der Berg das Thema. Unsere Kombination handelt also von den Themen des Berges, die von den Schlüsselwörtern des Kindes modifiziert werden. Beispiele für Kombinationsbedeutungen sind in diesem Fall:
Die Schwierigkeiten [Berg] sind ziemlich klein [Kind] / werden von Unerfahrenheit verursacht [Kind].
Zum Schweigen bringen [Berg] einer schwachen Person [Kind].
Etwas, das erst sehr herausfordernd erscheint [Berg] stellt sich womöglich später als schwach (= einfach zu meistern) heraus [Kind].

Nun werden wir die Reihenfolge von Berg+Kind zu Kind+Berg ändern und sehen, wie das die Kombinationsbedeutungen ändert.

Kind:
Nomen: Beginn, eine schwache Person, Unerfahrenheit
Adjektive:klein, schwach
Verben: initiieren, beginnen, schwächen
Berg:
Nomen: Schwierigkeiten, Schweigen, Herausforderung
Adjektive: groß, herausfordernd
Verben: herausfordern, zum Schweigen bringen

Hier ist das Kind zur Linken. Wenn wir der traditionellen Regel folgen, ist das Kind das Thema. Unsere Kombination handelt also von den Themen des Kindes, die von den Schlüsselwörtern des Berges modifiziert werden. Beispiele für Kombinationsbedeutungen sind in diesem Fall:
Ein Beginn [Kind] ist herausfordernd [Berg].
Jemandes Unerfahrenheit [Kind] verursacht Schwierigkeiten [Berg].
Etwas, das noch klein ist [Kind] könnte sich als sehr herausfordernd entpuppen [Berg].

Hinweis: Ich nannte "linke Karte ist Thema, rechte Karte modifiziert" eine bloße Faustregel aus drei Gründen. Der erste Grund ist, dass sie nicht immer anwendbar ist. Manchmal gibt es keine linke und rechte Karte, sondern eine obere und eine untere, oder eine Karte, die tatsächlich auf einer anderen liegt. Der zweite Grund ist, dass es zumindest für mich in manchen Legesystemen ganz intuitiv angemessener scheint, nicht von links nach rechts, sondern von innen nach außen zu kombinieren - was auf der einen Seite der Mitte dann bedeutet, die rechte Karte als Thema zu verwenden. Der dritte Grund ist, dass es manchmal, je nachdem, wie man eine Kombination bildet, keinen Unterschied macht, mit welcher Karte man beginnt. Das ist definitiv der Fall bei >> Kombinationen durch Amalgamierung. Aber es kann auch durch semantische Mittel geschehen. Hier ist ein Fall aus den oberen Beispielen. Vergleichen Sie die folgenden beiden Szenarios:

a) "Diese Kombination handelt von Schwierigkeiten, die Sie haben [Berg]. Sie werden von Unerfahrenheit verursacht [Kind]."
b) "Diese Kombination handelt von Ihrer Unerfahrenheit [Kind]. Sie verursacht Schwierigkeiten [Berg]."

Wichtig: Selbst wenn man "linke Karte ist Thema, rechte Karte modifiziert" nur als Faustregel betrachtet, ist es doch eine sehr nützliche solche! Ganz besonders zu Übungszwecken ist es sinnvoll, sich daran zu halten. Und das werden wir in den noch folgenden Beispielen auch tun.

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1.2 Die Grammatik der Kombinationsbedeutungen

Die inhaltliche Aussage von Kartenkombinationen kann sich dramatisch ändern, je nachdem, welche grammatische Form der individuellen Schlüsselwörter man benützt (Nomen, Adjektive, Verben etc.), und wie man sie miteinander verbindet (z.B. welche Konjunktionen - "weil", "nachdem", "aber" etc.- man benutzt). Vielleicht haben die Beispiele oben all das ohnehin bereits für Sie klargemacht. In diesem Fall brauchen Sie nicht unbedingt weiterlesen; Sie können selbst zu experimentieren beginnen! Aber falls Ihnen der Grundgedanke des Kombinierens noch nicht einleuchtet, oder wenn Sie gerne sehr analytisch vorgehen, finden Sie in den nächsten Absätzen eine sehr ausführliche Auseinandersetzung mit den verschiedenen Möglichkeiten, Kombinationsbedeutungen zu bilden.

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1.2a Nomen-Adjektiv Kombinationen

Nomen-Adjektiv Kombinationen sind wahrscheinlich die einfachsten Kombinationen. Aus den Schlüsselwörtern der ersten Karte wählt man ein Nomen, aus denen der zweiten Karte ein Adjektiv. Demonstriert an unserem Beispiel Berg+Kind bzw. Kind+Berg gibt uns das die folgenden Bedeutungen:

Berg:
Nomen: Schwierigkeiten, Schweigen, Herausforderung
Kind:
Adjektive: klein, schwach

Mit dem Berg als Nomen und dem Kind als Adjektiv erhalten wir "Die Schwierigkeiten [Nomen] sind klein [Adjektiv]." Die kurze Version, der unvollständige Satz, wäre "kleine Schwierigkeiten". (Zwar steht hier das Adjektiv im Satzteil an erster Stelle - aber die Kombination hat dennoch das Nomen zum Thema: die Schwierigkeiten. Diese werden vom Adjektiv genauer beschrieben, eben modifiziert.)


Kind:
Nomen: Beginn, eine schwache Person, Unerfahrenheit
Berg:
Adjektive: groß, herausfordernd

Hier, mit dem Kind als Nomen und dem Berg als Adjektiv, ist das Beispiel eines vollständigen Satzes "Der Beginn [Nomen] ist herausfordernd [Adjektiv]." Der unvollständige Satz würde lauten "ein herausfordernder Beginn".

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1.2b Nomen-Verb und Verb-Nomen Kombinationen

Bei dieser Methode wird eine Kombinationsbedeutung geschaffen, indem man ein Nomen mit einem Verb verbindet. Das ist bereits etwas komplexer, denn die linke Karte kann entweder das Nomen sein oder das Verb. Und das Verb kann entweder aktiv sein, oder passiv. Ein aktives Verb beschreibt, was jemand tut; ein passives Verb sagt, was mit jemandem getan wird. Demonstriert an unserem Beispiel Berg+Kind bzw. Kind+Berg gibt uns das die folgenden Bedeutungen:


Berg:
Nomen: Schwierigkeiten, Schweigen, Herausforderung
Kind:
Verben: initiieren, beginnen, schwächen

Wenn der Berg das Nomen ist und das Kind das aktive Verb, erhalten wir "Die Herausforderung [Nomen] beginnt [Verb]". Das Kind als passives Verb gibt uns die Kombinationsbedeutung "Eine Herausforderung [Nomen] wird initiiert [passives Verb]."


Berg:
Verben: herausfordern, zum Schweigen bringen
Kind:
Nomen:Beginn,Unerfahrenheit, schwache Person

Ist der Berg das Verb, erhalten wir "Jemand bringt [Verb] eine schwache Person [Nomen] zum Schweigen." or "Jemand wird herausgefordert [passives Verb] von einer schwachen Person [Nomen]".


Kind:
Nomen: Beginn, eine schwache Person, Unerfahrenheit
Berg:
Verben: herausfordern, zum Schweigen bringen

Ist das Kind das Nomen und der Berg das aktive Verb, erhalten wir "Ein Beginn [Nomen] fordert [Verb] jemanden heraus." Der Berg als passives Verb bietet uns "Eine schwache Person [Nomen] wird zum Schweigen gebracht [passives Verb]."


Kind:
Verben: initiieren, beginnen, schwächen
Berg:
Nomen: Schwierigkeiten, Schweigen, Herausforderung

Ist das Kind das Verb, erhalten wir "Jemand initiiert [Verb] eine Herausforderung [Nomen]" oder "Jemand wird geschwächt [passives Verb] durch Schwierigkeiten [Nomen]."

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2.2c Kombination durch Konjunktion

Konjunktionen sind Bindewörter zwischen einzelnen Wörtern oder Satzteilen, z.B. "und", "oder", "aber", "weil", "dann". Aber es gibt auch bestimmte Phrasen, die den gleichen Zweck erfüllen, z.B. "unter der Bedingung, dass", "steht im Konflikt mit", oder "im Verhältnis zu".
Daher: Bei Kombination durch Konjunktion verbindet man die Bedeutung der einen Karte mit der der anderen über ein oder mehrere Bindewörter - und zwar so, dass der resultierende Satz nicht nur inhaltlich verständlich ist sondern auch relevant. Weil die Frage, was relevant ist, sehr stark vom Kontext abhängig ist, ist bereits viel Kontext in die folgenden Beispiele hineingemischt.


Berg:
Nomen: Schwierigkeiten, Schweigen, Herausforderung
Adjektive: groß, herausfordernd
Verben: herausfordern, zum Schweigen bringen
Kind:
Nomen: Beginn, eine schwache Person, Unerfahrenheit
Adjektive:klein, schwach
Verben: initiieren, beginnen, schwächen


Du wagst es nur, Person X herauszufordern [Berg] weil du weißt [Konjunktion], dass sie schwächer ist als du [Kind]."
"Was als bloßes Schweigen beginnt [Berg] wird bald [Konjunktion] deine Beziehung schwächen [Kind].
"Etwas, das zuerst groß, herausfordernd erscheint [Berg] wird sich bald herausstellen als [Konjunktion] ziemlich klein und leicht zu meistern [Kind]."


Kind:
Nomen: Beginn, eine schwache Person, Unerfahrenheit
Adjektive:klein, schwach
Verben: initiieren, beginnen, schwächen
Berg:
Nomen: Schwierigkeiten, Schweigen, Herausforderung
Adjektive: groß, herausfordernd
Verben: herausfordern, zum Schweigen bringen

"Etwas Neues zu beginnen [Kind] wird führen zu [Konjunktion] Herausforderungen [Berg]."
"Du wirst geschwächt werden [Kind] wenn [Konjunktion] du eine zu große Herausforderung annimmst [Berg].
"Etwas, das zunächst klein und schwach erscheint [Kind] könnte sich bald herausstellen als [Konjunktion] groß und schwierig zu meistern [Berg]."

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2.2d Amalgame

Eine weitere Art, die Bedeutung zweier Karten zu kombinieren ist, sie zu verschmelzen. Das funktioniert dann, wenn die beiden Karten, unter ihren vielen potentiellen Bedeutungen, einige gemeinsam haben - wenn sich manche der Bedeutungen so ähneln, dass sie zu einem Thema verschmolzen werden können. Mit unserem bisher verwendeten Beispiel, Berg/Kind, funktioniert das nicht. Deshalb werde ich die Idee von Amalgam-Kombinationen an zwei anderen Beispielen demonstrieren: Turm/Berg, und Baum/Anker.

Tower:
nein; etwas nicht zulassen
Berg:
Sturheit, sich nicht bewegen

Diese Kombination von nein, etwas nicht zulassen, mit Sturheit, sich nicht bewegen, können wir zu einem sehr klaren "Es wird definitiv nicht passieren!" verschmelzen.


Baum:
Wurzeln; verwurzelt
Anker:
Halt; sich anhalten

Diese Kombination aus Wurzeln, Verwurzelung, und Halthaben, können wir verschmelzen zu "Jemand klammert sehr, sehr stark." oder, positiver, "Sehr, sehr fester Halt".

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1.3 Traditionell "fixe" Kombinationsbedeutungen

Der Vollständigkeit halber: Es gibt bestimmte Kartenkombinationen, für die die Lenormand-Tradition ganz spezifische, fixe Deutungen parat hat. Ein Beispiel ist die Kombination Storch/Kind (egal in welcher Reihenfolge), die einer traditionellen Kartenlegerin sehr stark "Schwangerschaft" nahelegen würde. Ich beschreibe diese traditionellen, fixen Kombinationsdeutungen in meinen Texten aber nicht. Denn auch, wenn ich selbst auf eigenem Weg immer wieder zu ganz ähnlichen Interpretationen komme benutze ich sie nicht als Regel. Falls Sie an dieser Art von Kombinationsbedeutungen interessiert sind, können Sie sie mit ein bisschen Mühe im Internet finden.

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2. Weitere Überlegungen

2.1 Was ist die "korrekte" Kombinationsbedeutung?

Je präsenter die Bedeutungen der individuellen Karten in Ihrem Gedächtnis sind, und je mehr Übung Sie mit dem Kombinieren haben, desto schneller werden Ihnen potentielle Kombinationsbedeutungen einfallen - manchmal vielleicht sogar ein gutes Dutzend auf einmal! Aber die Menge der Deutungen, die Ihnen einfällt, ist im Grunde nicht wichtig. Denn sobald Sie eine Deutung gefunden haben, die Ihnen bei Ihrem Anliegen weiterhilft, können Sie aufhören, nach weiteren Deutungen zu suchen. Ist eine Deutung sinnvoll und hilfreich, gibt es keinen zwingenden Grund, weiterzukombinieren - außer zu Übungszwecken, zum Spaß, oder, wenn Ihre eine Deutung haargenau das aussagt, was Sie am liebsten hören wollten. Das sollte Sie immer misstrauisch machen und zur Suche nach Alternativen anregen. Diese sind vielleicht weniger bequem, am Ende aber oft produktiver.
Manchmal allerdings, selbst wenn man bereits viel Erfahrung hat, fällt einem keine einzige relevante Kombinationsbedeutung ein. Man sieht sich zwei Karten an, und nachdem es einige wenige generische, nutzlose Deutungen ausgespuckt hat, legt sich das Gehirn auf die faule Haut. Wenn mir das passiert, lese ich zunächst die detaillierten Bedeutungen der individuellen Karten nach. Oft ist es ein Schlüsselwort, das ich bis dahin nicht beachtet hatte, das sich in diesem Fall nun sehr schnell als hilfreich herausstellt. Wenn das jedoch auch nichts nützt, schlage ich die Kombinationsdeutungen von anderen Menschen nach.

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2.2 Die Nützlichkeit der Kombinationsdeutungen Anderer

Nein, Sie müssen Ihre Kombinationsbedeutungen nicht von Grund auf neu erschaffen. Es gibt unzählige Webseiten und Bücher, in denen Sie die Kombinationsdeutungen anderer KartenlegerInnen nachschlagen können (darunter meine). Das zu tun, kann Ihnen helfen, ein Gespür dafür zu entwickeln, wie die Kombinationsmethode funktioniert. Und in vielen Fällen werden Ihnen die Vorschläge anderer Leute auch selbst weiterhelfen. Aber das Problem an Kombinationsbedeutungen ist, dass sie sehr assoziativ, dass ihre Relevanz ausgesprochen kontextbedingt ist. Ob eine bestimmte Kombinationsbedeutung für eine konkrete Legung relevant ist, hilfreich ist, ist abhängig von der Fragestellerin, von der Fragestellung, vom Legesystem und der Position der Karten im Legesystem. Während eine bestimmte Kombinationsbedeutung im Kontext einer bestimmten Fragestellung vielleicht sehr hilfreich ist, ist sie sicher nutzlos im Kontext vieler anderen Fragestellungen. Um es kurz zu sagen: Die Nützlichkeit von vorgefertigten Kombinationsdeutungen Anderer ist klar eingeschränkt. Es ist ganz definitiv am besten, wenn man es letztendlich lernt, Kombinationsbedeutungen selbst zu erschaffen. Auf die von Anderen greift man nur in den Fällen zurück, in denen man selbst nicht weiterkommt.

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